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Squash: (Deutscher Squash Rackets Verband e. V.)
 
Leifels und Seestaller spielen um Titel - Rohrmüller trifft auf Tillmann

"Ich bin sprachlos", rang Hansi Seestaller (Schängel SC Koblenz) nach Worten. Wenige Minuten zuvor hatte er den Matchball zum Fünfsatzsieg über den Paderborner Edgar Schneider verwandelt. Der 22-Jährige steht damit zum ersten Mal in seiner noch jungen Squashkarriere in einem Finale einer Deutschen Einzelmeisterschaft. Eine Premiere ist es auch für Stefan Leifels, der bisher zwar "Dauergast" in Viertel- und Halbfinals war, ein Endspiel aber noch nicht bestritten hat. Bei den Frauen steht, wie könnte es anders sein, Sabine Tillmann zum 17. Mal im Finale. Gegnerin ist die junge Katrin Rohrmüller, die ebenfalls noch nie in einem Endspiel war.

Einmal mehr bewahrheitete sich der Spruch, dass, wer im Squash erfolgreich sein will, dicke Bretter bohren muss. Fast drei Jahre galt Hansi Seestaller in seiner Jugendzeit als das größte deutsche Squashtalent und war im spielerischen Mittelmaß verschwunden. Seit Mittwoch ist er wieder zurück und ist zu Recht im Finale. Sein Match gegen den Paderborner Edgar Schneider bot in 90 Minuten alles, was das Squashherz sich wünscht: packende Ballwechsel, technische Feinheiten und von beiden den unbedingten Siegeswillen. Dass Hansi Seestaller am Schluss das bessere Ende für sich hatte und mit 10:8, 6:9, 1:9, 9:5 und 9:1 gewann, lag daran, dass er sich nach einem Durchhänger im zweiten und dritten Satz wieder auf seine Stärken besann und das Spiel taktisch in den Griff bekam. Hinterher fühlte er sich jedenfalls "super glücklich": Ich werde wohl erst später begreifen, was geschehen ist", meinte der Koblenzer Bundesligaspieler.

Sein Kontrahent im Finale ist - wie erwartet - Stefan Leifels vom Paderborner SC. Doch irgendwie hatte man im Halbfinale den Eindruck, dass die Favoritenbürde ihn belastet. Denn eigentlich erwarten alle Experten von ihm den Titel. Im ersten Satz hatte er leichtes Spiel, der Bremer Heiko Schwarzer war zwar körperlich anwesend, aber das war auch alles: Er machte keinen Punkt. Doch diese Klatsche war wie eine "Hallo Wach-Pille". Danach brillierte Heiko mit präzisen Grundschlägen und seinen erstklassigen Stopps. 9:7 und 9:7 gewann er die Sätze 2 und 3. Doch im vierten Satz bekam Schwarzer plötzlich ein "Kopfproblem", wie er hinterher gestand. Er konnte in den letzten beiden Sätzen seine Stärken nicht mehr ausspielen, haderte mit den Schiedsrichtern und verlor an Konzentration und die beiden letzten Sätze mit 9:4 und 9:4. Dennoch freute sich der 24-Jährige vom 1. Bremer SC riesig über den größten Erfolg in seiner noch jungen Karriere.

Viele hatten vorher der Vizemeisterin von 2002, Karin Beriere, durchaus Chancen eingeräumt gegen Seriensiegerin Sabine Tillmann, die in jüngster Zeit nicht mehr so unangefochten ihre deutschen Kolleginnen dominierte. Doch wer die 16-fache Meisterin auf dem Platz spielen sah, konnte sofort erkennen, dass ihr Titelhunger noch nicht gestillt ist. Ohne Gnade zog sie ihr Spiel auf und ließ in keinem Satz der Mannschaftskameradin (beide spielen für CW Bonn/Mülheim) eine Chance. Am Ende siegte sie mit 9:2, 9:5, 9:2. Am Sonntag will sie sich mit dem 17. Titel ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk machen. Am Dienstag wird sie 30 Jahre alt.

Ihre Gegnerin ist die für die Squash-Insel Taufkirchen spielende Kathrin Rohrmüller. Die 20 Jahre alte Bayerin gewann das so genannte "Kronprinzessinnen"-Duell gegen die 25jährige Katharina Witt (Gerry Weber Rackets), die nie ihre Nervosität richtig ablegen und erst im dritten Satz das Spiel ausgeglichen gestalten konnte. Nach den Chancen fürs Finale am Sonntag gefragt, antwortete Kathrin Rohrmüller im Beckenbauer-Stil: "Ich spiele so gut es geht und dann "schaun mer mal"!


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Original-Pressemitteilung
Artikel vom 25.01.2004, 11:37 Uhr
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