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Squash:
(Deutscher Squash Rackets Verband e. V.)

Fünf Titelaspiranten, aber kein Favorit ? im Jahr 1 nach Sabine Tillmann

Die 31. Deutschen Einzelmeisterschaften im Squash beginnen in gut einer Woche in Mülheim an der Ruhr und die Experten werfen täglich einen neuen Namen in die Runde, wer den Titel bei den Herren gewinnen wird. Doch sicher ist nur, dass nichts sicher ist. Gleich fünf Kandidaten gibt es für den Meistertitel, aber keinen wirklichen Favoriten: Hansi Seestaller, Stefan Leifels, Patrick Gässler, Simon Rösner oder Simon Baker ? wer wettet auf wen? Bei den Damen sieht es ein klein wenig anders aus. Dort hat Karin Berière in den vergangenen zwölf Monaten, seit dem Gewinn ihres ersten Meistertitels, an Souveränität hinzugewonnen und im ersten Jahr, in dem Sabine Tillmann nicht mehr an einer Meisterschaft teilnimmt, die größten Chancen auf den Sieg.
Werfen wir einen kurzen Blick zurück ins Jahr 2002. Damals gewann Hansi Wiens noch einmal wie Phönix aus der Asche die Meisterschaft. Seither wechseln die Champions. Jahrelange Dominanz, wie zu Zeiten von Carol Martini oder Hansi Wiens, gibt es wohl nicht mehr. Jedes Jahr wurde ein neuer Meister gekürt und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass auch 2006 der letztjährige Titelträger, Hansi Seestaller (DRL 4, Schängel SC Koblenz), einem anderen den Vortritt lassen muss. Zu wenig konstant waren seine sportlichen Leistungen ? die Mannschaftsweltmeisterschaft fand ohne ihn statt. Er hat den Schwerpunkt auf sein berufliches Fortkommen gelegt.
Eine gewisse Konstanz würde ja gewahrt, wenn Stefan Leifels (DRL 1, Paderborner SC) ? Sieger des Jahres 2004 ? den Pokal holen würde. Er ist als Kopf der Nationalmannschaft spielerisch gereift und gewann zuletzt das Dreikönigsturnier in Bornheim gegen André Haschker (DRL 5, SF Marburg). Auch in der Bundesliga zeigte er kaum Schwächen.
Von seiner sportlichen Entwicklung her, käme nicht zuletzt Patrick Gässler (DRL 2) von der Sport-Insel Stuttgart infrage. Doch der junge Mann, der 2005 im Halbfinale Stefan Leifels schon alles abverlangte, hat Pech. Er befindet sich derzeit in der Grundausbildung bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr und ist offensichtlich weder körperlich noch spielerisch auf der Höhe. Dies zeigt auch seine Niederlage am Bundesligaspieltag des vergangenen Wochenendes gegen Martin Maierhofer (DRL 24, Skwosch-Frösche Marburg).
Eher ins Kalkül ziehen muss man dagegen seinen Stuttgarter Teamkollegen Simon Baker (DRL 10). Der gebürtige Australier, der seit Mai vorigen Jahres deutscher Staatsbürger ist, hat alle geschlagen, die sich mit ihm um den Titel streiten werden. Es wäre für ihn ? nach seiner Berufung in die deutsche Nationalmannschaft ? sicher das zweite große Highlight in seiner Squashkarriere, wenn er den Meistertitel holen würde.
Ja und dann gibt es da noch den Fünften im Bunde, dem man zutraut, nicht nur die Meisterschaft zu gewinnen, sondern eine lange Serie hinzulegen. Die Rede ist von Simon Rösner (DRL 3, Paderborner SC). Als einziger der deutschen Squashspieler ist er seit einiger Zeit konsequent auf PSA-Turnieren ? nicht nur in Europa, sondern auch in Übersee und dazu noch erfolgreich. Von dort kam am Wochenende die Kunde, dass der 18-Jährige als Qualifikant beim Turnier in Vancouver/Kanada das Halbfinale erreicht hat und erst dort dem späteren Sieger, dem Franzosen René Lavigne (WRL 33), unterlag. Er scheint auf dem besten Weg zu sein, in die Fußstapfen eines Hansi Wiens zu treten, der zu seinen besten Zeiten immerhin Platz 13 der Weltrangliste einnahm.
Bei den Damen ist die Zahl der möglichen Titelanwärterinnen enger einzugrenzen. Favoritin ist Vorjahressiegerin Karin Berière (DRL 1, CW Bonn/Mülheim). Sie bringt neben ihrer Routine und Fitness ein sehr gutes Spielverständnis mit. Härteste Konkurrenz kommt zum einen aus Bordesholm, wo Daniela Schumann (DRL 2) und Katharina Witt (DRL 3) spielen. Beide sind bislang jedoch an dem Anspruch gescheitert, aus dem Schatten von Rekordmeisterin (17 Titel hintereinander) Sabine Tillmann treten zu können. Das ist bei Kathrin Rohrmüller (DRL 4, Squash-Insel Taufkirchen) nicht anders, die als größtes Talent des deutschen Squash nach Tillmann galt, sich aber für Abitur und Studium und nicht für eine Profikarriere entschieden hat. Alle Drei können an einem guten Tag Karin Berière gefährlich werden, doch bei diesem wichtigsten Turnier im deutschen Squashsport spricht mehr für die Titelverteidigerin.


Original-Pressemitteilung
Artikel vom 17.01.2006, 14:14 Uhr

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