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Kanusport:
(Deutscher Kanu-Verband e.V.)

2. DKV-Ranglistenregatta/Deutsche Meisterschaften in den olympischen Einerdisziplinen

 
WM-Medaillengewinner gehen als Favoriten ins Rennen

Zum Abschluss der nationalen Qualifikation für die diesjährigen Weltmeisterschaften in Szeged (18.-21.8.) kämpft die Rennsport-Elite des DKV bei der 2. Ranglistenregatta in Duisburg (29.4.-1.5.) zugleich um die Deutschen Meistertitel in den olympischen Einerdisziplinen. Den Siegern der Meisterschaftsrennen winkt ein besonderer Lohn: Sie können sich damit zugleich die Nominierung für die internationale WM-Qualifikation beim 3. Weltcup der Saison in Duisburg (27.-29.5.) sichern.

Die Entscheidungen im Kajak-Einer der Damen über 200 und 500m sowie im Kajak- und im Canadier-Einer der Herren über 200 und 1000m werden daher als heiß umkämpfte Rennen auch besonders im Fokus stehen. Die Konkurrenz könnte dabei kaum hochkarätiger sein: So wird z. B. mit dem Start aller WM-Medaillengewinner des Vorjahres in Posen gerechnet, ausgenommen die Staffelweltmeisterin und viermalige Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin (Potsdam), die derzeit Mutterfreuden entgegensieht.

Für die Meisterschaftsrennen bei den Damen dürfte Nicole Reinhardt die größten Chancen besitzen. Die Lampertheimerin gewann zum Auftakt der diesjährigen WM-Qualifikation vor zweieinhalb Wochen drei von vier Sprintrennen und kam über 1000m auf Rang zwei. „Ich bin mit dem Einstieg in die Qualifikation ganz zufrieden und freue ich mich nun auf die richtigen Wettkampfstrecken“, äußerte die 25-Jährige zu ihrem Abschneiden bei der 1. Ranglistenregatta. Mit einem starken Auftritt sicherte sich beim 1. Ranglistenwettkampf auch 1000m-Weltmeisterin Franziska Weber (Potsdam) eine hervorragende Ausgangsposition. Sie liegt in der vorläufigen Gesamtrangliste hinter Nicole Reinhardt momentan auf Platz zwei. Als Kandidatinnen für vordere Platzierungen bzw. für die eine oder andere mögliche Überraschung kommen durchaus auch die Staffelweltmeisterinnen Tina Dietze (Leipzig) und Conny Waßmuth (Magdeburg) sowie die 1000m-Vizeweltmeisterinnen im K2 Carolin Leonhardt (Mannheim) und Silke Hörmann (Karlsruhe) in Frage.

Als Top-Favorit bei den Herren gilt unangefochten der zweifache 1000m-Weltmeister im K1 Max Hoff (Essen). Mit entsprechendem Selbstvertrauen geht er auch die Qualifikation an: „Mein Ziel ist wieder den 1000m-Einer zu fahren und da auch den Startplatz für Olympia zu holen, das hat für mich oberste Priorität. Falls ein anderer ebenfalls den Einer fahren will, muss er schneller sein als ich“, meinte der 28-Jährige vor Beginn der Ranglistenwettkämpfe. Zumindest bei der 1. DKV-Sichtung ist dies in zwei Ausdauerprüfungen über die doppelte Distanz keinem seiner Kontrahenten gelungen. Max Hoff siegte in beiden Entscheidungen jeweils mit deutlichem Vorsprung vor seinem Essener Vereinskameraden Torben Fröse. Hinter Max Hoff zeichnet sich nach den Ergebnissen der 1. Ranglistenregatta ein spannender Kampf zwischen den K2-Weltmeistern des Vorjahres Martin Holstein (Neubrandenburg) und Andreas Ihle (Magdeburg), U23-Vizeeuropameister Paul Mittelstedt (Neubrandenburg) sowie den Athleten des letztjährigen WM-Vierers Marcus Groß und Norman Bröckl (beide Berlin) ab.

Für höchste Spannung ist auch im 200m-Sprint der Kajak-Herren gesorgt. Vizeweltmeister Ronald Rauhe (Potsdam) sowie Vorjahresmeister und somit Titelverteidiger Jonas Ems (Essen) gehen beide mit jeweils zwei Sprintsiegen aus der 1. Ranglistenregatta in die Meisterschaftsrennen. Neben ihnen konnten sich Martin Roßdeutscher (Dresden), Timo Ries (Lampertheim) und der Magdeburger Florian Jeglinski mit guten Sprintergebnissen bei der 1. Qualifikation empfehlen und dürften somit auch für die 200m-Titelrennen zu beachten sein.

Gleichermaßen heiß umkämpft ist auch der Sprint im Canadier-Einer der Herren. Mit dem 1000m-Bronzemedaillengewinner der WM Sebastian Brendel (Potsdam), den U23-Europameistern Stefan Kiraj (Potsdam) und Björn Wäschke (Berlin) sowie C4-Bronzemedaillengewinner Tomasz Wylenzek (Essen) konnten beim 1. Ranglistenwettkampf gleich vier Athleten jeweils ein Sprintrennen für sich entscheiden und zählen damit auch für die Deutsche Meisterschaft auf der 200m-Distanz zum Favoritenkreis. Der zweifache Vorjahresmeister Sebastian Brendel hat darüber hinaus beste Chancen, auch über 1000m seinen Titel zu verteidigen. Er hatte bei der 1. Ranglistenregatta die 2000m-Prüfung gewonnen und fühlt sich auch für das Meisterschaftsrennen über 1000m bestens gewappnet: „Ich habe im Winter extrem mehr trainiert als im Jahr davor, das sieht man nun am Ergebnis. Jetzt heißt es noch mal nachlegen“, sagte der 23-Jährige nach dem Qualifikationsauftakt. Tomasz Wylenzek, Robert Nuck (Leipzig), Erik Leue (Magdeburg) und der 5000m-Weltmeister von Posen Ronald Verch könnten nach den Ergebnissen der 1. nationalen Sichtung dabei seine stärksten Konkurrenten sein.

Neben den Rennen um die Deutschen Meisterschaft in den olympischen Einerdisziplinen stehen in Duisburg weitere Qualifikationsrennen der Herren im K2 über 200m und im C2 über 1000m auf dem Programm. Dabei kann sich ebenfalls das jeweilige Siegerboot das Startrecht für die internationale Qualifikation sichern. Außerdem geht es in weiteren 500m-Rennen der Damen und Herren um wichtige Ranglistenpunkte für die Nominierung zur internationalen Qualifikation.

Zu den Erwartungen im Hinblick auf die 2. Ranglistenregatta mit den Deutschen Meisterschaften in den olympischen Einerdisziplinen äußerte Chefbundestrainer Reiner Kießler: "Ich bin froh über jeden, der mit guten Leistungen anklopft." So hoffe er, dass jene etablierten Athleten, die zum Auftakt der WM-Qualifikation ihr Leistungsvermögen bislang nicht wie erwartet nachweisen konnten, noch die Kurve kriegen, und dass auch die Nachwuchs-Spitzenathleten sich weiterhin empfehlen. "Wir brauchen alle, um mit einem schlagkräftigen Team bei der WM in Szeged die Quotenplätze für Olympia holen zu können", so der Chefcoach.

Die Wettkämpfe mit den Rennen um die Deutsche Meisterschaft beginnen am Freitag, den 29.4., ab 15 Uhr mit den Vorläufen über 1000m der Herren und 500m der Damen, denen sich ab 17.30 Uhr die Zwischenläufe dazu anschließen. Am Samstag, den 30.4., stehen ab 9 Uhr die Vor- und Zwischenläufe über 200m auf dem Programm und ab 14.30 Uhr werden die Titel im 200m-Sprint vergeben. Ab 16.30 Uhr folgen dann die Titelrennen über 1000m der Herren bzw. 500m der Damen.

Ansprechpartner vor Ort: Hans-Peter Wagner (ab Freitag 18.00 Uhr) unter 01752412252 bzw. Oliver Strubel (DKV)


Original-Pressemitteilung
Artikel vom 27.04.2011, 14:55 Uhr

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